SPD will Plakatwildwuchs in Ganderkesee eindämmen
In Ganderkesee plant die SPD Maßnahmen, um dem Wildwuchs der Wahlplakate Einhalt zu gebieten. Ein Blick auf die Hintergründe und mögliche Lösungen.
In der kleinen, norddeutschen Gemeinde Ganderkesee, wo der Alltag oft von einer gewissen Ruhe und einem vertrauten Miteinander geprägt ist, sorgt ein Thema für wachsende Aufregung: die Wahlwerbung. Besonders die SPD erhebt nun die Stimme, um dem chaotischen Treiben beim Plakatieren ein Ende zu setzen. Es ist kaum zu übersehen: Wahlplakate schießen wie Pilze nach dem Regen aus dem Boden, häuft sich doch die Frage, wie viel Grafikdesign einer Gemeinde zumutbar ist.
Szenario: Die Straßen in Ganderkesee sind gesäumt von bunten Plakaten, auf denen die Gesichter der Kandidaten in freundlich-lächelnder Pose prangen. Mit dem Layout wird meist weniger Liebe zur Kunst, sondern mehr zur Quantität geübt. Viele Wähler sind verunsichert, nicht nur über die Botschaften, sondern auch über die schiere Menge an Informationen, die ihnen ins Gesicht springt. Insofern beginnt die SPD, ihre Stimme zu erheben: ein Disput über das Wie und Wo der Wahlwerbung.
„Wir müssen darauf achten, dass unsere schönen Straßen nicht zum Plakatdschungel verkommen“, sagt ein Gemeinderatsmitglied der SPD mit einer Mixtur aus Ernsthaftigkeit und leichtem Scherz. Der Verweis auf das Paradoxon, dass die eigene Botschaft bei der Überflutung durch Plakate untergeht, schwebt in der Luft. Es ist ein spitzfindiges Argument, das, gepaart mit der Notwendigkeit, den ästhetischen Wert der Gemeinde zu wahren, durchaus Anklang findet.
Ein System für Plakatierungen
Die SPD schlägt vor, ein System zu etablieren, das eine geregelte Plakatierung ermöglicht. Vielleicht nicht ganz ohne Vorbilder, hat man sich an Städte orientiert, die bereits erfolgreich mit dem Plakatwildwuchs umgehen. Ein zentrales Plakatierungskonzept könnte dazu dienen, die Plätze zu definieren, an denen Plakate aufgestellt werden dürfen, um sowohl die Sichtbarkeit der Wahlkampfkreationen als auch die Schönheit der Umgebung zu wahren.
Aber eines ist sicher: Der Widerstand ist vorprogrammiert. Die anderen politischen Akteure, die sich im Wettlauf um die Aufmerksamkeit der Wähler befinden, werden den Vorschlag mit Argwohn betrachten. Für viele ist die Freiheit, ihre Botschaft in der Größe und Anzahl zu platzieren, ein Grundpfeiler der Demokratie. Hinzu kommt, dass nicht jeder bereit ist, sich den Vorgaben einer zentralen Instanz zu unterwerfen.
Das Konsensfindungsspiel könnte sich als zäh und langwierig erweisen. Zwar hat die SPD ein ansprechendes Konzept in der Schublade, doch wenn es um die Umsetzung geht, wird sich zeigen, ob die Verbundenheit mit der Gemeinde stark genug ist, um einen einheitlichen Kurs einzuschlagen.
Einige Anwohner zeigen sich bereits skeptisch gegenüber dem Vorstoß, auch sie sind an die Wochenschau der Wahlplakate gewöhnt, welche den Charakter der Stadt in der heißen Wahlzeit prägt. Man könnte fast argumentieren, dass der Plakatwildwuchs ein Teil der Ganderkeseer DNA ist. Die Frage bleibt, ob den Bürgern die Regulierung ihrer Sicht auf die Demokratie wirklich schmackhaft gemacht werden kann.
So stehen die kommenden Wochen im Zeichen eines politischen Schachspiels. Die SPD wird weiterhin ihre Vorschläge erarbeiten und versuchen, die anderen Parteien von der Notwendigkeit eines geplanten Vorgehens zu überzeugen. Auf der anderen Seite gibt es immer die Möglichkeit, dass die Plakatwände weiterhin unreguliert bleiben und politische Botschaften im Schlaraffenland der Farben und Formen um sich werfen.
In der kleinen Gemeinde, die so oft im Schatten der größeren Städte steht, könnte sich eine Diskussion entwickeln, die weitaus mehr ist als nur die Frage nach einem Plakatierungssystem. Es ist ein Test für die Politik Ganderkesees, die noch so viele kleine, alltägliche Dinge regeln muss. Was bleibt, ist die Frage: Ist es wirklich nötig, die Plakatierung zu zähmen, oder überlassen wir das unregulierte Spektakel doch weiterhin dem freien Spiel der demokratischen Kräfte?